Aus Leidenschaft zum Material. Mit dem Ehrgeiz des Handwerks.

Hugo van Osch hat das Unternehmertum mit der Muttermilch eingesogen. Alle Mitglieder seiner Familie sind Unternehmer. Nach dem Kauf einer neuen Küche mit Küchenzeile wurde er sich über eines bewusst: er würde versuchen, eine andere und weitaus bessere Küchenzeile herzustellen. 1995 begann er gemeinsam mit vier anderen Unternehmern in einer kleinen Fabrikhalle im niederländischen Deurne mit dem Unternehmen Arte di Granito, das hochwertige Küchenzeilen aus Naturstein lieferte.

Sein Unternehmen erlebte ein ungekanntes Wachstum und expandierte innerhalb kürzester Zeit. Unter dem Vorwand, dass man „nicht härter, sondern intelligenter arbeiten müsse“, traf Hugo eine Entscheidung, die die Zukunft von Arte di Granito entscheidend beeinflusste. Gemeinsam mit seinem damaligen Praktikanten Niels van den Beucken entwarf er einen Plan für eine neue Fabrik, die in ihrer Organisation mehr Struktur haben sollte. Danach ging alles dann ganz schnell. Die Organisation bekam Struktur, und das Handwerk wich der Industrialisierung. Sowohl Niels, der sich inzwischen auch mit dem Materialeinkauf beschäftigte, als auch Hugo fanden jedoch, dass vor allem eine Sache sehr wichtig war: Küchenzeilen höchster Qualität unter Berücksichtigung umweltfreundlicher und gesellschaftlicher Aspekte bieten zu können. Arte wurde nach der ISO 9000 zertifiziert, eine neue automatisierte Fabrik mit Hebevorrichtungen, einem Staubabsaugsystem, Abfalltrennung und Wasserrecycling wurde gebaut und den Produktionsmitarbeitern wurde die Möglichkeit geboten, an einer internen Ausbildung teilzunehmen. Arte di Granito wurde außerdem Mitglied bei der TFT, einer Organisation, die bis heute die Umwelt- und Arbeitsschutzaspekte im Untertagebau strengt überwacht.

Der Bau der neuen Fabrik verlief jedoch nicht vollkommen reibungslos. Sogar aus Hugos eigenem Umfeld wurden skeptische Fragen gestellt. Dass er seine Entscheidung durchgesetzt hat, war bezeichnend. Er überraschte die Befürworter und Gegner seiner neuen Fabrik mit einer weitreichenden Mechanisierung und Automatisierung. Dies war in der Branche eine absolute Ausnahme. 2008 begannen sich die Anfänge der Wirtschaftskrise abzuzeichnen, was Arte jedoch nicht davon abhalten konnte, mit Investitionen und Bauen für die Zukunft fortzufahren. Der Firmenname wurde einfach in „Arte“ geändert, weil das Unternehmen neben Naturstein auch mit der Lieferung anderer Materialien wie Composite und Glas begonnen hatte. Später wurden auch noch Dekton und Keramik zu dem Lieferangebot hinzugefügt.

In den Bereichen, in denen die Preise nach unten gedrückt wurden, hielt Arte an seinem Mehrwert - Qualität & Service - fest. Niels, der inzwischen Leiter der Finanzabteilung bei Arte und sozusagen die rechte Hand von Hugo war, führt dieses näher aus: „Man kann zwar mit Schleuderpreisen werben, doch dann müssen auch Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, was sich letztendlich auf die Qualität und den Service auswirkt. Und genau das wollen wir nicht.“ Arte fuhr folglich mit Investieren fort: Investitionen in eine neue Wasserstrahlschneideanlage, in neue Software sowie in neue Materialien und Anwendungen. 2013 wurde Arte als erstes Unternehmen in der Branche „sozialverantwortliches Unternehmen“ auf der Leistungsstufe 3 zertifiziert.

In den 20 Jahren bis heute hat sich bei Arte vieles geändert. Hugo: „Bei uns ist alles enorm gewachsen: die Mitarbeiterzahl, unser Angebotssortiment und der Fertigungsprozess. Wir hatten auch Misserfolge, von denen wir uns wieder erholten, doch eines ist sicher: Arte wurde dadurch nur noch stärker. Wir haben begonnen, intelligenter, besser und anders zu arbeiten. Durch unsere positive Einstellung und unseren Mut, in Innovation, Mitarbeiter und Umwelt zu investieren, haben wir das erreicht, was wir heute sind: ein finanziell gesundes und wagemutiges Unternehmen.“

 

Hugo und Niels